Gemeinsam haben am 16.6.2011 der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, der Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hochbahn AG, Günter Elste, und der Geschäftsführer des Hamburger Verkehrsverbundes, Lutz Aigner, den HVV-Umwelt-Leuchtturm auf dem Hamburger Rathausmarkt eingeweiht.
Olaf Scholz: „Der HVV-Umwelt-Leuchtturm ist ein leuchtendes Symbol für den Klimaschutz – mitten im Herzen Hamburgs. Unser Ziel ist es, dass modernste Bussystem Europas zu schaffen. Wir machen den öffentlichen Nahverkehr noch attraktiver und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz.“
Der über 16 Meter hohe Umwelt-Leuchtturm wurde anlässlich des Umwelthauptstadtjahres entwickelt und visualisiert in bewegten Bildern, wie viel CO2 sich einsparen lässt, wenn man mit Bus und Bahn statt mit dem Auto unterwegs ist.
„Der HVV ist der Mobilitätsdienstleister in Hamburg und der Metropolregion. Und er ist die einfachste Möglichkeit für Hamburgerinnen und Hamburger, einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten: durch Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr. Ende 2011 werden die Fahrgäste des Hamburger Verkehrsverbundes schätzungsweise 600.000 Tonnen CO2 eingespart haben – einfach dadurch, dass sie den HVV nutzen“, so Lutz Aigner, Geschäftsführer des Hamburger Verkehrsverbundes.
Kohlendioxid (CO2) ist ein Gas. Es ist ungiftig, farb- und geruchlos. Und es ist lebenswichtig: Denn ohne CO2 und andere Treibhausgase, vor allem Wasserdampf, wäre auf der Erde ewige Eiszeit. Auch die Pflanzen brauchen CO2 zum Leben. Aus unserem Alltag ist Kohlendioxid nicht wegzudenken: Sie kennen es als Kohlensäure im Mineralwasser, als Kältemittel in Kälteanlagen oder als Schutzgas in der Schweißtechnik, um nur einige technische Anwendungen des Gases zu nennen.
Doch was zu viel ist, ist zu viel: Die natürlichen CO2-Speicher unserer Erde, vor allem die Ozeane und Wälder, sind überlastet. Die CO2-Konzentration ist mit Beginn der Industrialisierung in den letzten 250 Jahren um rund 30 Prozent gestiegen. Denn zu den natürlichen Quellen wie Vulkane, verrottende Biomasse und der Atmung von Menschen und Tieren, die etwa 93 Prozent der gesamten CO2-Produktion ausmachen, kommt der stark wachsende CO2-Ausstoß durch Industrie und Verkehr hinzu.
Die Sonnenstrahlung durchdringt die Atmosphäre, trifft auf den Boden und wird reflektiert. Auf diese Weise wird kurzwellige Strahlung in langwellige Strahlung verwandelt. Die Treibhausgase bremsen die nunmehr langwellige Wärmestrahlung auf ihrem Rückweg ins Weltall – vergleichbar mit einem Glasdach. Je mehr Treibhausgase in der Atmosphäre sind, umso weniger Strahlung kommt hindurch. Die Temperatur auf der Erde steigt. Als Treibhausgas ist CO2 sehr schädlich für unsere Erde. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, CO2-Ausstoß zu vermeiden, wo es nur geht. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist, auf Bus und Bahn umzusteigen und das Auto stehen zu lassen.
Auf der Leuchtsäule werden die CO2-Einsparungen aufgezeigt, die den HVV-Fahrgästen zu verdanken sind. Die Differenz zwischen Auto- und HVV-Nutzung wird durch grünes Licht und weitere Animationen dargestellt. Dabei variiert die Darstellung stündlich, monatlich und auf das Jahr bezogen im Wechselspiel. Ergänzt wird die Animation durch das Anzeigen der Fahrgastzahlen, der Anzahl der Fahrzeuge und Linien, Streckenlänge und der Haltestellenanzahl im HVV.
Als Basis für die PKW-Berechnungen dienten Angaben des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und des Umweltbundesamtes (UBA). Demnach beträgt der durchschnittliche CO2-Ausstoß eines PKW mit einer Besetzung von 1,5 Personen 137,5 g pro Person und Kilometer (Personenkilometer/Pkm).
Für die HVV-Angaben wurde der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Verkehrsmittel im HVV (jeweils bei mittlerer Auslastung) von den betreffenden Verkehrsunternehmen ermittelt (siehe Tabelle). Mit diesen Werten wurde der Kohlendioxid-Ausstoß entsprechend der Verkehrsleistung der vier Haupt-Verkehrsmittelarten für den gesamten HVV errechnet: er beträgt 51,5 g/Pkm.
| Betriebszweig | CO2-Emission in g / Pkm | Anteil Pkm im HVV | gewichtete CO2-Emission in g / Pkm |
|---|---|---|---|
| S-Bahn* | 0,0 | 26,9 % | 0,0 |
| Regionalbahn | 77,0 | 26,8 % | 20,6 |
| U-Bahn | 47,3 | 23,2% | 11,9 |
| Bus | 86,1 | 23,1 % | 19,9 |
| HVV gesamt | 100 % | 51,5 |
Hier zeigt sich, dass die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im HVV zu einem deutlich geringeren CO2-Ausstoß führt.
Ein Beispiel:
Im Januar 2011 wurden im HVV 609,5 Mio. Pkm zurückgelegt, wobei 31.387,75 Tonnen CO2 ausgestoßen wurden. Wären die Fahrgäste mit dem Auto gefahren, hätten sie einen CO2-Ausstoß von 83.804,36 Tonnen verursacht. Das bedeutet eine Ersparnis von 52.416,61 Tonnen CO2.
Helfen Sie mit, den CO2-Ausstoß noch weiter zu reduzieren. Steigen Sie bei uns ein!
Wie hoch ist der Turm?
Der Sockel hat eine Höhe von 2 m, dazu kommt die Leuchtsäule mit 14 m Höhe, macht insgesamt eine Gesamthöhe von über 16 m.
Wie schwer ist er insgesamt?
Er wiegt ca. 16 Tonnen.
Welches Material wurde zum Bau verwendet?
Der Turm besteht aus Stahl und Aluminium.
Wie viel Material steckt darin?
Es wurden ca. 75 m³ Veranstaltungstechnik verbaut, also ungefähr eine LKW-Ladung voll.
Wie viele Leucht-Dioden sind am Turm angebracht?
Es wurden 76 LED-Module verwendet, die insgesamt 48 Leucht-Dioden mal 684 Dioden auf jeder der beiden Seiten der Leuchtsäule aufweisen, das entspricht insgesamt 65.664 Dioden.
Wie wird der HVV-Umwelt-Leuchtturm betrieben?
Der Turm wird mit Ökostrom von Vattenfall versorgt.
Wie lange wird der Turm auf dem Rathausmarkt stehen bleiben?
Bis Anfang 2012 bleibt der Turm stehen.