Lernen Sie kennen, was genau den HVV so umweltfreundlich macht. Um die Schadstoffbelastungen für die Umwelt so gering wie möglich zu halten, haben die Verkehrsunternehmen im HVV frühzeitig damit begonnen, ihre Fahrzeuge nachzurüsten und bei Neuanschaffungen auf modernste Technologien zu setzen.
In vielen Kreisen und Landkreisen wie z.B. im Kreis Pinneberg und in der Stadt Norderstedt sind die Möglichkeiten zur Lichtsignalanlagen-Beeinflussung flächendeckend vorhanden. Die Ampel “merkt”, wenn sich ein (entsprechend technisch ausgerüsteter) Bus nähert, schaltet dann früher auf Grün und bleibt noch länger Grün, so dass unnötige Wartezeiten vermieden werden können. Dadurch wiederum wird unmittelbar Kraftstoff eingespart.
Die Hamburger S-Bahn speist seit dem 1. Januar 2010 ihr Stromnetz ausschließlich mit Energie aus Wasserkraft. Damit ist die S-Bahn Hamburg das erste Eisenbahnverkehrsunternehmen, das ausschließlich Ökostrom für den Fahrzeugbetrieb einsetzt. Dieser Ökostrom besteht aus CO2-frei erzeugter elektrischer Energie aus deutschen Wasserkraftwerken. Der CO2-Ausstoß reduziert sich dadurch jährlich um 60.000 Tonnen.
Seit 2006 fahren Doppelgelenkbusse durchs HOCHBAHN-Netz. Sie bieten eine 30% höhere Kapazität verglichen mit konventionellen Gelenkbussen. Durch die hohe Fahrgastkapazität sinkt der Energieverbrauch pro Kopf deutlich. Ein mit 180 Fahrgästen voll besetzter XXL-Bus entspricht durchschnittlich 150 PKW, die nicht auf Hamburgs Straßen fahren.
Seit 2010 kommen für die HOCHBAHN neue Dieselhybridbusse zum Einsatz. Es sind die ersten Hybridbusse in Deutschland mit einem seriellen Hybridantrieb. Serieller Hybridantrieb bedeutet, dass der Dieselmotor, die Batterie und die Elektromotoren in Reihe geschaltet sind. Der Dieselmotor treibt einen Generator an, der die Energie umwandelt und an eine Lithium-Ionen-Batterie weiterleitet. Diese Batterie dient als Zwischenspeicher und gibt den Strom bedarfsorientiert an vier elektrische Radnabenmotoren an Mittel- und Hinterachse des Busses weiter. Die Radnabenmotoren sind der eigentliche Antrieb der Räder. Der Dieselmotor hat also keine direkte Verbindung mehr zu den Rädern, sondern dient in Kombination mit einem Generator als Stromerzeuger. Entsprechend muss er keine Spitzenleistungen erbringen und läuft in einem umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Drehzahlbereich. Eine weitere Besonderheit dieser Technologie: Beim Bremsen an Ampeln oder Haltestellen laden sich die Batterien wieder auf.
Die meisten älteren Busse der zum HVV gehörenden Verkehrsunternehmen wurden mit modernen Dieselpartikelfiltern (DPF) nachgerüstet. Neufahrzeuge werden dort grundsätzlich mit der modernsten Schadstoffklasse beschafft, so dass stets moderne Techniken wie DPF und / oder BlueTec-Einspritzung mit an Bord sind.
Die HOCHBAHN und KVIP setzen des weiteren AdBlue ein. Bei dieser Technologie wird 32-prozentiger Harnstoff in den Abgasstrom gespritzt, verwandelt sich dort in Ammoniak und spaltet schließlich schädliche Stickoxide in Stickstoff und Sauerstoff auf.
Im Raum Barmstedt werden von der KViP sog. BusTrains eingesetzt. Diese bestehen aus einem Standardlinienbus und der Möglichkeit einen Personenanhänger anzukoppeln. In Spitzenlasten, wie z.B. im Schülerverkehr werden diese genutzt. In den Sommermonaten werden diese Fahrzeugkombinationen zusätzlich im Tourismusverkehr in der Haseldorfer Marsch zur Fahrradbeförderung eingesetzt.
In den Nebenverkehrszeiten wird durch Abkoppeln des Anhängers die Transportkapazität flexibel den Erfordernissen angepasst. Die BusTrains sparen durch ihren im Tagesdurchschnitt geringeren Dieselverbrauch gegenüber normalen Bussen aktiv Kraftstoff ein.
Die ersten Brennstoffzellenbusse im Linienverkehr setzte die Hochbahn ab 2003 im Rahmen des EU-Projektes CUTE (Clean Urban Transport for Europe) ein. Bei einem Brennstoffzellenantrieb entstehen keine Schadstoffe, wie z.B. Stickoxide, sondern lediglich Wasser, das als reiner Wasserdampf freigesetzt wird. Ein CO2-Ausstoß wird also vollständig vermieden. Wenn dann die Energie zur Bereitstellung von Wasserstoff – wie es im Hamburger Projekt HH2 der Fall ist – außerdem aus regenerativen Quellen wie Solar- und Windenergie oder Wasserkraft stammt, ist eine umfassende Umweltverträglichkeit sichergestellt.
Nach und nach wird eine neue Fahrzeuggeneration, die Brennstoffzellenhybridbusse, auf Hamburgs Straßen unterwegs sein.
Begleitet vom TÜV Nord wurde bei der VHH/PVG im Mai 2009 die intelligente Motorsteuerung getestet.
Die veränderte Motorsteuerung sparte pro Fahrzeug jährlich ca. 11% (das entspricht ca. 2.500,- Euro) Dieselkraftstoff ein.
Dadurch amortisiert sich die Investition schon nach ca. 18 Monaten und wurde daher nach der Testphase in den Regelbetrieb überführt.
Bis zum Sommer 2010 wurden 270 Fahrzeuge bei der VHH/PVG und 13 weitere bei der KVIP (bei denen die Möglichkeit dazu bestand) mit der umweltschonenden Technik nachgerüstet.
Bis zu neun Prozent Treibstoff spart die HADAG-Fähre MS Harburg ab sofort bei ihren Fahrten im Hamburger Hafen. Ein zusätzlich angebrachter Bugwulst konnte im Testversuch die Erwartungen des Unternehmens und der Fachleute sogar übertreffen.
Als eine Art „Wellenbrecher“ am Rumpf der Fähren, mindert der neue Bug die notwendige Motorleistung und senkt damit den Treibstoffverbrauch der Fähre. Die HADAG Seetouristik und Fährdienst AG hat sich nach der positiven Auswertung der umfangreichen Testphase durch die Hamburger Schiffbauversuchsanstalt (HSVA) dazu entschlossen, alle zwölf Fähren des Typs 2000 („Bügeleisen“) nachzurüsten.
Für das Ablösen der Busfahrerinnen und Busfahrer an den Endhaltestellen, hat
der PKW-Fuhrpark der VHH PVG nun elektrischen Nachwuchs bekommen.
Ein E-Smart wird künftig vom Betriebshof Schenefeld aus als Ablösefahrzeug für die Endhaltestellen am Bahnhof Blankenese, am Schenefelder Platz oder an Haltestellen in Lurup und Rissen eingesetzt. Nach erfolgreichem Test eines rein elektrisch betriebenen italienischen Kleinbusses auf der Linie 48 in Blankenese geht die VHH PVG mit dem E-Smart nun den nächsten Schritt in Richtung Zukunftstechnologie Elektromobilität.
Auch auf den Betriebshöfen steht das Zeichen auf Umweltschutz. Ökologische Standards sind bei der Instandhaltung, Wartung und Reinigung gang und gäbe. Selbstverständliche Maßnahmen sind z.B. Vorrichtungen, die an Tankanlagen das Eindringen von Diesel in Erdreich und Kanalisation verhindern oder Belüftungs- und Filteranlagen in Lackieranlagen.
Bei diesen Waschanlagen wird Regenwasser aufgefangen und ins eigene System eingespeist. Das Waschwasser wird anschließend gesäubert und dann als Brauchwasser weitergenutzt. Natürlich wird sämtliches Abwasser aus der Waschanlage erst nach gründlicher Reinigung in die Kanalisation gegeben.
Viele Verkehrsunternehmen schließen ihre Busse vor dem Start am Betriebshof an Elektranten an. Über dieses System werden die Busse mit Druckluft und Batterieladung versorgt, was entscheidende Vorteile birgt:
Eine weitere nachhaltige Aufgabe liegt im Austausch der alten imprägnierten Holzschwellen gegen Stahlschwellen bzw. Betonschwellen. Diese Materialien sind, im Vergleich zum veralteten Schwellenholz, problemlos recyclebar, haben eine längere Nutzungsdauer und verhalten sich weitgehend umweltneutral. Dieser Aufgabe widmet sich aktuell die AKN.
Neben dem Praxisalltag im Fahrbetrieb oder auf dem Betriebshof bilden auch Fortbildungen, Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Kooperationen mit Dienstleistern rund um die Mobilität oder langsfristige Verkehrsplanungen wichtige Aspekte im HVV, wie z.B.:
Unabhängig vom technischen Fortschritt der Verkehrsmittel ist ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr das Grundgerüst für einen zuverlässigen und umweltschonenden Nahverkehr. Der HVV weist seit Jahren einen kontinuierlichen Fahrgastzuwachs auf. Um den ÖPNV angesichts dieses Zuwachses auch künftig funktionsfähig und attraktiv zu halten, ist ein weiterer Ausbau nötig. Nachdem die Einführung des Metrobusnetzes für deutlich mehr Busfahrgäste gesorgt hat, wurde auch die Flughafen-S-Bahn und die S-Bahn nach Stade gut angenommen.
Die im Bau befindliche U4 in die Hafencity soll ab 2012 zur Verfügung stehen, eine anschließende Verlängerung bis zu den Elbbrücken ist in Planung. Ebenfalls geplant wird der Bau einer S-Bahn-Strecke von Hamburg Richtung Ahrensburg (S4) oder über Ahrensburg hinaus, um die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck und den Umstiegsknotenpunkt Hamburger Hauptbahnhof zu entlasten.